Ruf der Schwäne
Text und Musik: Franz-Josef Degenhardt
Bearbeitung: Florian Ernst Kirner
Hört Ihr noch den Ruf der Schwäne
die schon zogen und wir sahen hoch?
Und ich hör uns singen, lachen,
spür den Beifall und hör den Atem noch
Spür den Oktober, der durch diesen Sommer zieht
und den Pulsschlag unsrer Solidarität
und immer wieder unser gutes, altes Lied.
Ich hör Verzweiflung und frischen Mut auch
aus Arabiens gefährlicher Nacht
Hör Argentinien, deine Kämpfe und Tänze
und wie man trotz Öcallan noch kurdisch lacht
Geschichten aus Genua libera, Rote Stadt
Tuntenkrieger, Tutte Bianchi und chilenische Nacht
300.000, am Tag nachdem diese Sau geschossen hat.
Ja, die Lieder sind uns geblieben,
was für ein lausiger Ersatz für die Weltrevolution
Doch im Sound der brechenden Türme
hör ich der Racheengel süßen Posaunenton.
Komm, wir gehn nochmal die Straßen
atmen Wünsche in den heissen Wind
und wir reden über uns und
über Projekte, die noch nicht beendet sind.
Und wir umarmen uns und bleiben lange steh'n
und wir versprechen uns, dass wir uns wiederseh'n
in New York, Rio, Tókyó ...
