Die Erweckung des Simpl-Geistes

 

Text & Musik: Prinz Chaos II.

 

Erlösender Lebensschrei erstickt
sanft wuchern die Ängste der Kindheit
Bald war ich nach dem, bald nach jenem verrückt
Nach NDW und dem schönen Jack
Fussball und kiffiger Coolness.

Sturztränen schossen, in mancher Nacht
doch's blutfunkensprühende Siegen
war grausam und schön! Mit jeder Schlacht
lernte ich's Hassen und Fliegen

Dies Leben behagte dem Ängstigen sehr
als fliegender Kriegsheld, gefürchtet
von jedem, der neckte das Heldenkind,
denen, die wirkliche Feinde sind
und von den Freunden noch mehr...

Trotzdem: schnell wuchs ich
und meine Armee, die nur
was wirklich schade
Armee-sein nicht wollte
und niemals war
So trug ich,
im fünfundzwanzigsten Jahr,
den Kriegshelden
einsam
zu Grabe.

Entkorkte die Flasche mit prickelndem Saft
vom Ringwächter eisern verteidigt!
In Jahren, da mich der Schuss Künstlerblut
geängstigt, gezwickt und gepeinigt.
Den Daumen fest drauf, erst nachzusehen,
ob mein Schwert weiterhin schneide
die Welt wie sie ist, so oder so
Hiebe und Schläge erleide.

Dann ließ ich aus, und diesmal für ganz
den bulligen Simpl-Köter
und kaum an der Luft, wurde sein Fell
knallrot und immer noch röter!
Mit funkelndem Augen, irrem Getanz
der Geist aus der Flasche entfleuchte
auf dass die Welt, wie sie sein soll und wird,
Hirne und Herzen erleuchte.

Dass die Welt, wie sie sein soll und wird
Herzen, die kalt, entflamme:
"Da lachte Cupido! und immer
stahl aus dem zweiten des Paares
einen der Füße, der Schalk!"
(aus den Metamorphosen des Ovid)