Rudi-Egelhofer-Lied

 

Text & Musik: Prinz Chaos II.

 

Mei, Ihr Leut! Kennt noch irgendwer

den Egelhofer Rudi?

Ein Held der Münchner Räterepublik

vor 100 Jahren.

Ein Kämpfer für unser Sach’,

ein Mann wie ein Baumstamm.

Ein Schwabinger Vorstadtbub is er g’wesn.

 

Seine Eltern war’n arme Leut’,

den Rudi, den druckt’s aussa,

aus dieser kleinen Welt,

zur See möcht’ er fahr’n.

Unter kaiserlichen Fahnen!

Befehl und Erniedrigung.

Mit 17 büchst er aus - 

doch sie fangen ihn z’samm.

 

Statt ins G’fängnis kommt er an die Front

der Erste Weltkrieg hat ang’fangt,

jetzt kämpft er in Flandern

als Infanterist.

Aber wie dann in Kiel droben,

die Matrosen revoltiert hab’n,

ja was meinst Du, wo da der Rudi Egelhofer ist?

 

Schon wieder Verhaftung und Todesurteil

als Rädelsführer,

doch die Revolution ist schneller,

schon ist er wieder frei!

Und mit 600 roten Matrosen, unter Waffen,

fahrt der Egelhofer stolz am Münchner Hauptbahnhof ein.

 

Am 7. November 1918 hat auf der Münchner Theresienwiese eine Großveranstaltung stattgefunden, aber nicht die, die man da normalerweise erwartet, sondern eine Großkundgebung gegen den Ersten Weltkrieg. Dann haben der revolutionäre Sozialdemokrat Kurt Eisner und der blinde Bauernführer Gandorfer aus der Kundgebung eine Demonstration gemacht zu den Kasernen der Stadt, haben die Soldaten rausgeholt und sind zum Kriegsministerium gezogen, wo die Bayerische Regierung dringesessen und nicht rausgegangen ist! Der Egelhofer war nicht der geduldige Typ. Irgendwann ist er an der Fassade des Kriegsministeriums nach oben gekraxelt, im zweiten Stock über den Balkon eingestiegen und günstigerweise direkt im Sitzungssaal der Regierung herausgekommen. Dann hat der Egelhofer den Herren eröffnet, dass sie abgesetzt sind. Und weil der Egelhofer eine gewisse natürliche Autorität mitgebracht hat, sind die aufgestanden und heimgegangen!

 

Und jetzt wehen rote Fahnen!

Der König ist abg’haut!

Der Kurt Eisner regiert die Räterepublik!

Doch der wird gleich erschossen

und mit Lügen und Morden

drehen die Kräfte der Reaktion das Rad der Zeit zurück.

 

Du, des wär’ ja noch schöner!

Auf, auf zu den Waffen!

Der Egelhofer ruft, das rote München marschiert!

Und jetzt treiben’s die Putschisten, am Palmsonntag 1919

im Sturmlauf, über die Isar zurück.

 

München wird belagert,

die Feind drucken eini,

als Kommandant von Bayerns Roter Armee

befehligt der Egelhofer

20.000 Leut’

  • aber das Zigfache rückt gegen München, oweh!

 

Im Blut ist die Räterepublik dann ersoffen,

den Egelhofer haben’s zertreten und erschlagen,

mit 23 Jahren

und g’storben für sein Hoffen

auf eine bessere Welt, ohne Krieg und Verrat!

 

Mei, Ihr Leut! Kennt noch irgendwer

den Egelhofer Rudi?

Ein Held der Münchner Räterepublik

vor 100 Jahren.

Ein Kämpfer für unser Sach’,

ein Mann wie ein Baumstamm.

Und München steht wieder auf, 

Ihr werdet’s schon sehen.

 

  • naja, sagen wir amal:

Sofern sich die Revolutionäre

die Münchner Mieten leisten können!